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Zeckenschutz: wie Sie Zeckenstiche vermeiden und was danach zu tun ist

Am besten schützen Sie sich vor Zecken mit geschlossener, heller Kleidung, festen Wegen statt hohem Gras und einem gründlichen Zeckencheck nach jedem Aufenthalt im Freien; ein Mittel auf der Haut hält Zecken zusätzlich eine Zeit lang fern. So raten es das Robert Koch-Institut (RKI) und das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). Hier lesen Sie, wie Zecken aussehen, wann und wo sie aktiv sind, was wirklich gegen Zecken hilft und was Sie tun, wenn doch eine Zecke sticht.

Von Vincenth Otte Aktualisiert am 8 Minuten Lesezeit
Vier Zecken nebeneinander im richtigen Größenverhältnis auf einem Grashalm, von der winzigen Larve über Nymphe und erwachsenes Weibchen bis zum vollgesogenen Weibchen

Was sind Zecken, und wie sehen sie aus?

Zecken sind keine Insekten, sondern Spinnentiere: Erwachsene Zecken haben acht Beine und sind nur wenige Millimeter groß (Quelle: IQWiG, gesundheitsinformation.de). Eine Zecke entwickelt sich von der Larve über die Nymphe zur erwachsenen Zecke, und in jedem dieser Stadien saugt sie Blut; beim Gemeinen Holzbock dauert eine Mahlzeit bei der Larve 2 bis 4 Tage, bei der Nymphe 3 bis 5 Tage und bei der erwachsenen Zecke 6 bis 8 Tage (RKI). Während des Saugens schwillt der Körper deutlich an (IQWiG). Die Abbildung oben zeigt die Stadien nebeneinander, von der winzigen Larve bis zum vollgesogenen Weibchen. Weil Zecken so klein sind, bemerken Sie Larven und Nymphen oft erst, wenn sie schon festsitzen.

Welche Zecken gibt es in Deutschland?

Die mit Abstand häufigste Zecke in Deutschland ist der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus); er kann Borrelien, FSME-Viren und Anaplasmen übertragen (Quelle: RKI). Daneben kommen einige seltenere Arten vor:

ZeckeWie häufigWas das RKI über sie sagt
Gemeiner Holzbockhäufigste ArtKommt praktisch überall vor, wo es Pflanzen gibt, auch in Gärten und Parks.
Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus)befällt selten MenschenBefällt nur selten Menschen; kann Babesien, FSME-Viren und Rickettsien übertragen.
Hyalommasehr seltenSeit 2007 in einigen Regionen in Deutschland gefunden; etwa doppelt so groß wie der Holzbock; erwachsene Tiere sind ab etwa 12 Grad Celsius aktiv. Das Krim-Kongo-Virus wurde in Zecken in Deutschland bisher nicht nachgewiesen.
Reliktzecke (Haemaphysalis concinna)sehr seltenStabile Vorkommen vor allem nahe der polnischen Grenze.

Wann sind Zecken aktiv, und in welchem Monat ist das Risiko am höchsten?

Zecken werden aktiv, sobald es wärmer als etwa acht Grad ist, ungefähr von März bis November (Quelle: IQWiG); am aktivsten sind sie meist im Frühling und im Herbst (RKI). Je nach Art und Stadium finden Sie Zecken laut RKI sogar das ganze Jahr, und bei warmer Witterung kann es vereinzelt auch im Winter zu Infektionen kommen. Den Winter verbringen die meisten Zecken im Boden (IQWiG).

MonateZecken
Dezember bis Februarmeist im Boden; an milden Tagen vereinzelt aktiv
März bis Maiaktiv ab etwa 8 Grad; im Frühling meist besonders aktiv
Juni bis Augustaktiv
September bis Novemberaktiv; im Herbst meist noch einmal besonders aktiv

Wo lauern Zecken, und gibt es sie auch im Garten?

Ja, Zecken gibt es auch im Garten: Der Holzbock kommt laut RKI praktisch überall vor, wo es Pflanzen gibt, auch in Gärten und Parks. Am liebsten halten sich Zecken dort auf, wo es warm und feucht ist, in Gebüsch, Gras, am Wegrand und im Unterholz (IQWiG). Sie klettern auf einen Grashalm, einen Busch oder herumliegendes Totholz und warten meist in einer Höhe von weniger als einem Meter, bis ein Mensch oder Tier sie abstreift (RKI). Von Bäumen fallen Zecken nicht, und springen können sie auch nicht (RKI, IQWiG).

Wie schützen Sie sich am besten vor Zecken?

Am besten schützen Sie sich vor Zecken mit einer Kombination aus Kleidung, Wegen und Zeckencheck; ein Mittel auf der Haut ergänzt das, ersetzt es aber nicht (Quelle: RKI, BIÖG). Die Maßnahmen im Überblick:

MaßnahmeWas sie bewirktWas sie nicht kann
Auf festen Wegen bleibenWeniger Kontakt mit hohem Gras, Gebüsch und Unterholz (BIÖG).Im Garten und im Park gibt es trotzdem Zecken.
Geschlossene, helle KleidungBietet einen gewissen Schutz; auf heller Kleidung sehen Sie Zecken leichter (RKI).Zecken krabbeln weiter, bis sie freie Haut finden.
Hosenbeine in die SockenDie Zecke muss außen an der Kleidung hochlaufen (RKI).Schützt Arme, Hals und Kopf nicht.
Mittel auf der HautHält Zecken eine Zeit lang fern; der Schutz ist zeitlich begrenzt (RKI).Tötet keine Zecken und entfernt keine Zecke, die schon sticht.
Zeckencheck nach dem Aufenthalt im FreienSie finden Zecken, bevor oder kurz nachdem sie gestochen haben (RKI).Verhindert nicht, dass Zecken auf Kleidung und Haut gelangen.

Welche Kleidung schützt vor Zecken?

Feste Schuhe, lange Hosen und lange Ärmel bieten einen gewissen Schutz, besonders im hohen Gras, im Gebüsch und im Unterholz (Quelle: RKI). Stecken Sie die Hosenbeine in die Socken: Dann muss eine Zecke außen an der Kleidung nach oben laufen, wo Sie sie eher entdecken (RKI). Helle Kleidung erleichtert es, Zecken zu finden, bevor sie stechen (RKI, BIÖG).

Was hilft wirklich gegen Zecken?

Am meisten bringen Kleidung, Wege und der Zeckencheck; ein Mittel auf der Haut hält Zecken zusätzlich fern, aber nur eine begrenzte Zeit (Quelle: RKI). Ein solches Mittel, ein sogenanntes Repellent, soll Zecken von der Haut fernhalten; es tötet sie nicht und entfernt keine Zecke, die schon sticht. Verbreitete Wirkstoffe sind DEET, Icaridin und IR3535. Unser Mücken- und Zeckenspray enthält 20 % IR3535 und schützt die menschliche Haut vor Mücken und Zecken. Eine Schutzdauer gegen Zecken nennt das Etikett nicht. Sie können es ab 1 Jahr verwenden; bei Kindern unter 11 Jahren trägt ein Erwachsener das Spray auf. Suchen Sie sich auch nach dem Einsprühen nach dem Aufenthalt im Freien ab.

Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen. Zulassungsnummer in Deutschland: DE-0013740-19.

Welcher Geruch hält Zecken fern?

Für Hausmittel wie Kokosöl, Zitronengras, Lavendel, Teebaumöl oder Knoblauch sind uns keine belastbaren Untersuchungen bekannt, die zeigen, dass sie Zecken zuverlässig fernhalten. Manche Menschen reiben solche Öle auf die Haut oder essen Knoblauch in der Hoffnung, dass Zecken den Geruch meiden. Verlassen Sie sich nicht darauf, sondern auf Kleidung, Wege und den Zeckencheck, wie RKI und BIÖG sie empfehlen.

Wie machen Sie den Zeckencheck?

Suchen Sie nach jedem Aufenthalt im Freien den ganzen Körper gründlich ab und entfernen Sie gefundene Zecken sofort (Quelle: RKI). Schauen Sie besonders an Kopf, Haaransatz, Hals, hinter den Ohren, unter den Armen, zwischen den Beinen und in den Kniekehlen (BIÖG, IQWiG). Zecken krabbeln oft eine Weile herum, bevor sie stechen (IQWiG); wer gleich nach dem Spaziergang nachsieht, findet viele, bevor sie sich festgesaugt haben. Schütteln Sie auch die Kleidung aus und sehen Sie sich Ihr Haustier an.

Wie schützen Sie Kinder vor Zecken?

Suchen Sie Kinder nach dem Spielen im Freien besonders gründlich ab, rät das RKI, denn spielende Kinder kommen viel mit Gras und Gebüsch in Kontakt. Achten Sie bei Kindern auf Kopf, Haaransatz und Hals sowie unter den Armen, zwischen den Beinen und in den Kniekehlen (BIÖG, kindergesundheit-info.de). Helle Kleidung, die den Körper weitgehend bedeckt, und feste Schuhe helfen auch bei Kindern (BIÖG). Ein Mittel auf der Haut verwenden Sie nur so, wie es auf dem Etikett steht; unser Spray ist ab 1 Jahr anwendbar, und bei Kindern unter 11 Jahren trägt ein Erwachsener es auf.

Was tun, wenn Sie eine Zecke finden?

Entfernen Sie die Zecke so bald wie möglich: nah an der Haut greifen und langsam herausziehen, danach die Stelle desinfizieren und in den folgenden Wochen beobachten (Quelle: RKI, BIÖG). Wie das Schritt für Schritt geht und womit, lesen Sie in Zecke entfernen: Schritt für Schritt.

Welche Krankheiten können Zecken übertragen?

In Deutschland können Zecken vor allem Borreliose und FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) übertragen; der Holzbock kann außerdem Anaplasmen übertragen (Quelle: RKI). Borrelien gehen laut RKI erst nach längerem Saugen über, deshalb senkt frühes Entfernen das Risiko deutlich; FSME-Viren werden schon kurz nach dem Stich übertragen. Auch in den FSME-Risikogebieten sind laut RKI nur wenige Zecken mit dem Virus infiziert. Wo diese Gebiete liegen, zeigt die Karte des RKI.

Wann sollten Sie nach einem Zeckenstich zum Arzt?

Gehen Sie nach einem Zeckenstich zum Arzt, wenn sich einige Tage bis Wochen nach dem Stich eine ringförmige Rötung zeigt, die sich ausbreitet, oder wenn Sie grippeähnliche Beschwerden bekommen wie Fieber, Abgeschlagenheit, Kopf- oder Gliederschmerzen (Quelle: RKI). Bei einer solchen Wanderröte rät das BIÖG, umgehend zur Ärztin oder zum Arzt zu gehen, auch wenn Sie sich an keinen Zeckenstich erinnern. Eine kleine, juckende Rötung direkt um die Einstichstelle ist dagegen häufig, ähnlich wie bei einem Mückenstich (IQWiG).

Was tun bei Zecken bei Hund oder Katze?

Eine Zecke beim Tier entfernen Sie auf dieselbe Weise: nah an der Haut greifen, langsam herausziehen und den Körper nicht quetschen. Hunde und Katzen haben häufiger Zecken, weil sie viel durch Unterholz und Gebüsch laufen (Quelle: IQWiG). Welches Mittel Ihr Tier vor Zecken schützt, besprechen Sie mit Ihrer Tierarztpraxis. Unser Spray ist für die menschliche Haut; für Hunde und Katzen ist es nicht gedacht.

Quellen: Robert Koch-Institut (RKI), Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Zecken, Zeckenstich und Infektion sowie zu Borreliose; Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), infektionsschutz.de (Erregersteckbrief Borreliose) und kindergesundheit-info.de (Zeckenschutz); Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de, Was sind Zecken und wie entfernt man sie?; Etikett des Super Ninja Mücken- und Zeckenspray. Dieser Ratgeber ersetzt keine ärztliche Beratung.

Geschrieben von Vincenth Otte

Vincenth Otte ist E-commerce Manager bei Super Ninja und verantwortlich für den Webshop und die Ratgeber. Er schreibt und redigiert die Texte, ausgehend von den Fragen, die Kunden uns stellen, und von dem, wonach Menschen suchen.

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