Zecke entfernen: so gehen Sie richtig vor, und das tun Sie nach dem Zeckenbiss

Eine Zecke entfernen Sie am besten sofort: Greifen Sie sie mit einer Pinzette, einer Zeckenkarte oder einem Zeckeninstrument möglichst nah an der Haut und ziehen Sie sie langsam und gerade heraus. Danach desinfizieren Sie die Stichstelle und beobachten sie in den folgenden Wochen. So empfehlen es das Robert Koch-Institut (RKI) und das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). Hier lesen Sie Schritt für Schritt, wie das geht, was Sie besser lassen und wann Sie nach einem Zeckenbiss zur Ärztin oder zum Arzt gehen. Übrigens: Genau genommen beißt eine Zecke nicht, sie sticht. Beides meint dasselbe.

Von Vincenth Otte 8 Minuten Lesezeit
Eine Zeckenpinzette fasst eine Zecke auf einem Unterarm direkt an der Haut am Kopf, eine Lupe zeigt das Detail vergrößert, daneben liegt eine Zeckenkarte

Wie entfernen Sie eine Zecke richtig?

Eine Zecke entfernen Sie in fünf Schritten: Werkzeug bereitlegen, die Zecke nah an der Haut greifen, langsam und gerade herausziehen, die Stelle desinfizieren und die Stelle danach beobachten (Quelle: RKI und BIÖG).

  1. Werkzeug bereitlegen. Geeignet sind eine Pinzette, eine Zeckenkarte oder ein spezielles Instrument zum Entfernen von Zecken (BIÖG).
  2. Nah an der Haut greifen. Fassen Sie die Zecke an ihrem Kopfbereich, möglichst dicht an der Hautoberfläche, und niemals am vollgesogenen Körper (RKI, BIÖG).
  3. Langsam herausziehen. Ziehen Sie die Zecke langsam und gerade aus der Haut, ohne sie zu quetschen (BIÖG).
  4. Desinfizieren. Desinfizieren Sie die Stichstelle danach sorgfältig (RKI, BIÖG).
  5. Beobachten. Schauen Sie sich die Stichstelle in den folgenden Tagen und Wochen regelmäßig an (RKI). Notieren Sie sich am besten Datum und Körperstelle, dann wissen Sie später genau, wann und wo die Zecke saß.

Sollten Sie eine Zecke drehen oder gerade herausziehen?

Ziehen Sie die Zecke langsam und gerade heraus; drehen müssen Sie nicht. So steht es beim BIÖG, und auch das RKI spricht nur vom langsamen Herausziehen. Das IQWiG (gesundheitsinformation.de) ergänzt: Lässt sich eine Zecke nicht herausziehen, können leichte Drehbewegungen helfen, die Richtung spielt dabei keine Rolle. Wichtiger als Drehen oder nicht ist, dass Sie nah an der Haut greifen und den Körper der Zecke nicht zusammendrücken.

Pinzette, Zeckenzange oder Zeckenkarte: womit entfernen Sie eine Zecke am besten?

Am besten entfernen Sie eine Zecke mit dem Werkzeug, mit dem Sie die Zecke am sichersten dicht an der Haut fassen können; RKI und BIÖG nennen die Pinzette, die Zeckenkarte und spezielle Zeckeninstrumente, ohne eines davon zu bevorzugen.

WerkzeugSo funktioniert esWorauf Sie achten
Spitze PinzetteSie fassen die Zecke direkt an der Haut und ziehen sie heraus.Je feiner die Spitze, desto dichter kommen Sie an die Haut; nicht am Körper der Zecke drücken.
ZeckenzangeEine gebogene Zange, die die Zecke von der Seite unter dem Körper greift.Setzen Sie sie flach auf der Haut an, damit Sie den Kopfbereich fassen.
ZeckenkarteEine flache Karte mit Kerbe, die Sie über die Haut an die Zecke schieben, bis sie in der Kerbe festsitzt.Passt in jede Geldbörse; schieben Sie langsam und dicht an der Haut entlang.
ZeckenschlingeEine dünne Schlinge, die Sie um den Kopfbereich legen und zuziehen.Die Schlinge muss ganz unten an der Haut sitzen, nicht um den Körper.

Wie entfernen Sie eine Zecke ohne Zeckenzange?

Ohne Zeckenzange entfernen Sie eine Zecke mit einer Pinzette aus der Hausapotheke oder, wenn Sie gar nichts zur Hand haben, mit den Fingernägeln: Das IQWiG (gesundheitsinformation.de) nennt die Fingernägel als Notlösung. Greifen Sie auch dann so nah wie möglich an der Haut und quetschen Sie die Zecke nicht. Warten Sie nicht, bis Sie zu Hause ein besseres Werkzeug haben; das RKI rät, die Zecke so bald wie möglich zu entfernen.

Was sollten Sie beim Entfernen einer Zecke nicht tun?

Träufeln Sie kein Öl und keinen Klebstoff auf die Zecke, bevor Sie sie entfernen: Das RKI warnt, dass die Zecke dadurch ihren Speichel und damit mögliche Krankheitserreger abgeben könnte. Das BIÖG rät außerdem von Cremes und vom Zerquetschen ab, und das IQWiG nennt auch Nagellack als Hausmittel, das Sie nicht verwenden sollten. Ziehen Sie auch nicht am vollgesogenen Körper (RKI). Kurz gesagt: nichts auftragen, nichts drücken, nur nah an der Haut greifen und herausziehen.

Was tun, wenn der Kopf der Zecke stecken bleibt?

Steckt der Kopf der Zecke noch in der Haut, können Sie meist abwarten: Bleibt ein kleiner schwarzer Punkt in der Haut zurück, stößt der Körper ihn oft von selbst ab, so das IQWiG; eine Ärztin oder ein Arzt kann ihn auch entfernen. Laut BIÖG kann sich die Haut um zurückgebliebene Reste entzünden, das Risiko für Borreliose steigt dadurch aber nicht. Das RKI rät, möglichst alle Teile der Zecke zu entfernen, um eine Entzündung zu vermeiden. Desinfizieren Sie die Stelle und beobachten Sie sie wie jede andere Stichstelle.

Wie schnell sollten Sie eine Zecke entfernen?

So bald wie möglich, rät das RKI, weil Sie damit vor allem das Risiko einer Infektion mit Borrelien deutlich senken. Borrelien werden laut RKI nicht sofort übertragen: Das Infektionsrisiko steigt nach einer Saugzeit von mehr als 12 Stunden, und es kann bis zu ein bis zwei Tage dauern, bis Borrelien übertragen werden. FSME-Viren dagegen werden laut RKI schon kurz nach dem Stich übertragen. Suchen Sie sich deshalb nach jedem Aufenthalt im Freien ab und entfernen Sie eine Zecke, sobald Sie sie finden.

Was tun nach einem Zeckenbiss?

Desinfizieren Sie die Stichstelle sorgfältig und beobachten Sie sie danach regelmäßig, denn eine Wanderröte kann noch einige Tage bis Wochen nach dem Stich auftreten (Quelle: RKI). Notieren Sie Datum und Körperstelle; ein Foto der Stelle hilft, später zu vergleichen. Gehen Sie zur Ärztin oder zum Arzt, wenn Sie eines der Zeichen aus den nächsten beiden Abschnitten bemerken.

Ist eine Rötung nach dem Zeckenbiss normal, und wann ist es eine Wanderröte?

Eine kleine, juckende Rötung direkt um die Einstichstelle ist häufig, ähnlich wie bei einem Mückenstich, schreibt das IQWiG. Eine Wanderröte sieht anders aus und kommt später: Laut RKI ist es eine deutliche, ringförmige Hautrötung, die in der Mitte oft blasser ist als am Rand und sich allmählich nach außen ausbreitet. Sie tritt nach einigen Tagen bis Wochen auf, laut BIÖG drei bis 30 Tage nach dem Stich, im Bereich der Einstichstelle. Manchmal zeigt sich laut RKI auch nur eine unspezifische Rötung, die wandert. Die Wanderröte ist die mit Abstand häufigste Form der Borreliose (RKI).

Wann sollten Sie nach einem Zeckenbiss zum Arzt?

Gehen Sie nach einem Zeckenbiss zum Arzt, wenn sich einige Tage bis Wochen nach dem Stich eine ringförmige Rötung zeigt, die größer wird, oder wenn Sie grippeähnliche Beschwerden bekommen wie Fieber, Abgeschlagenheit, Unwohlsein, Kopf- oder Gliederschmerzen (Quelle: RKI). Das BIÖG rät, bei einer Wanderröte umgehend zur Ärztin oder zum Arzt zu gehen, auch wenn Sie sich an keinen Zeckenstich erinnern. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt entscheidet, ob und wie behandelt wird.

Was müssen Sie bei Kindern beachten?

Suchen Sie Kinder nach dem Spielen im Freien gründlich nach Zecken ab, rät das RKI, denn spielende Kinder kommen besonders oft mit Gras und Gebüsch in Kontakt. Zecken stechen laut RKI oft am Kopf, am Haaransatz und an den Ohren, aber auch an anderen geschützten Stellen. Eine Zecke entfernen Sie bei Kindern genauso wie bei Erwachsenen; für Rötungen und Beschwerden gelten dieselben Zeichen wie oben.

Wie entfernen Sie eine Zecke beim Hund oder bei der Katze?

Beim Hund oder bei der Katze entfernen Sie eine Zecke mit demselben Werkzeug und auf dieselbe Weise: nah an der Haut greifen, langsam herausziehen und den Körper nicht quetschen. Welches Mittel Ihr Tier vor Zecken schützt, besprechen Sie mit Ihrer Tierarztpraxis; Mittel für Tiere verkaufen wir nicht. Nach dem Spaziergang lohnt sich ein Blick ins Fell, vor allem an Kopf, Ohren, Hals und zwischen den Zehen.

Wo sollten Sie sich nach dem Aufenthalt im Freien nach Zecken absuchen?

Suchen Sie sich am ganzen Körper nach Zecken ab, besonders am Haaransatz, hinter den Ohren und in Hautfalten (Quelle: IQWiG); das RKI rät, den Körper nach jedem Aufenthalt im Freien abzusuchen und gefundene Zecken sofort zu entfernen. Zecken krabbeln oft noch eine Weile auf der Haut herum, bevor sie zustechen (IQWiG), deshalb finden Sie viele, bevor sie sich festgesaugt haben. Helle Kleidung erleichtert es, Zecken zu entdecken (RKI).

Wie beugen Sie dem nächsten Zeckenbiss vor?

Sie beugen dem nächsten Zeckenbiss mit geschlossener Kleidung, guten Wegen und dem Absuchen danach vor. Zecken fallen nicht von Bäumen und springen nicht; sie warten auf Grashalmen, im Gebüsch oder auf herumliegendem Totholz (RKI). Bleiben Sie deshalb möglichst auf Wegen und gehen Sie nicht durch hohes Gras und Unterholz. Feste Schuhe, lange Hosen und lange Ärmel bieten einen gewissen Schutz, und wenn Sie die Hosenbeine in die Socken stecken, muss die Zecke außen an der Kleidung hochlaufen, wo Sie sie leichter sehen (RKI). Zecken sind laut RKI das ganze Jahr über zu finden, am aktivsten meist im Frühling und Herbst. Wie Sie Zecken erkennen und sich im Alltag vor Zecken schützen, lesen Sie in unserem Ratgeber Zeckenschutz: so schützen Sie sich vor Zecken.

Quellen: Robert Koch-Institut (RKI), Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Zecken, Zeckenstich und Infektion sowie zu Borreliose; Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), infektionsschutz.de, Erregersteckbrief Borreliose; Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de, Was sind Zecken und wie entfernt man sie? Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.

Geschrieben von Vincenth Otte

Vincenth Otte ist E-commerce Manager bei Super Ninja und verantwortlich für den Webshop und die Ratgeber. Er schreibt und redigiert die Texte, ausgehend von den Fragen, die Kunden uns stellen, und von dem, wonach Menschen suchen.

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