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Mücken
Tigermücke erkennen und melden: so unterscheiden Sie sie
Eine Tigermücke erkennen Sie an ihrer schwarz-weißen Zeichnung: eine kleine, schwarze Mücke mit einem weißen Längsstreifen auf Kopf und Rücken und weiß geringelten Hinterbeinen, deren letztes Glied weiß ist. Sie sticht tagsüber (Quelle: Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg). Haben Sie eine verdächtige Mücke gefunden, schicken Sie sie an den Mückenatlas; in Baden-Württemberg und am Oberrhein können Sie sie auch der KABS melden.
In diesem Artikel
- Woran erkennen Sie eine Tigermücke?
- Was unterscheidet die Tigermücke von einer heimischen Stechmücke?
- Ist eine große, gestreifte Mücke eine Tigermücke?
- Wo kommt die Tigermücke in Deutschland vor?
- Ist eine Tigermücke meldepflichtig, und wo melden Sie einen Fund?
- Ist die Tigermücke gefährlich?
- Was tun nach einem Stich der Tigermücke?
- Wie verhindern Sie, dass sich Tigermücken bei Ihnen ansiedeln?
Woran erkennen Sie eine Tigermücke?
Eine Tigermücke erkennen Sie an mehreren Merkmalen zusammen: Sie ist auffällig schwarz-weiß gemustert, hat einen weißen Streifen auf Kopf und Rücken, fünf weiße Streifen an den Hinterbeinen, und das letzte Beinglied ist weiß (Quelle: Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg). Sie ist etwa 3 bis 8 Millimeter groß. Anders als die meisten heimischen Mücken ist sie tagaktiv: Die Weibchen fliegen Menschen direkt an, um Blut zu saugen.
Was unterscheidet die Tigermücke von einer heimischen Stechmücke?
Die Tigermücke ist schwarz-weiß gestreift und sticht am Tag; die Gemeine Stechmücke ist bräunlich und sticht vor allem in der Dämmerung und nachts (Quellen: Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg, RIVM).
| Merkmal | Asiatische Tigermücke | Gemeine Stechmücke (Hausmücke) |
|---|---|---|
| Farbe | schwarz mit weißen Streifen | meist bräunlich oder beige |
| Kopf und Rücken | weißer Längsstreifen | kein weißer Streifen |
| Hinterbeine | fünf weiße Streifen, letztes Glied weiß | nicht schwarz-weiß geringelt |
| Wann sie sticht | tagsüber | vor allem in der Dämmerung und nachts, mit Summen |
| Wo sie brütet | kleine Wasseransammlungen wie Untersetzer, Eimer, Gullys und Altreifen | stehendes Wasser wie Regentonnen, Dachrinnen und Untersetzer |
Ist eine große, gestreifte Mücke eine Tigermücke?
Eine große, gestreifte Mücke ist meistens keine Tigermücke: Die Tigermücke ist klein, eine deutlich größere, geringelte Mücke ist meist eine heimische Art. Prüfen Sie deshalb alle Merkmale aus der Tabelle oben. Sicher bestimmen lässt sich eine Mücke nur am unversehrten Tier, deshalb bittet der Mückenatlas darum, die Mücke einzusenden.
Wo kommt die Tigermücke in Deutschland vor?
Die Tigermücke kommt in Deutschland vor allem im Südwesten vor. Erstmals nachgewiesen wurde sie 2007 an einer Autobahnraststätte bei Weil am Rhein; heute breitet sie sich vor allem entlang des Oberrheingrabens und im Raum Stuttgart aus, und auch am Bodensee gibt es Funde (Quelle: Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg). Ende 2021 gab es laut Umweltbundesamt feste Populationen in 14 Landkreisen und kreisfreien Städten am Rhein sowie in Fürth und Jena. Die Mücke reist vor allem mit dem Verkehr aus dem Süden ein, etwa über Autobahnraststätten und den Bahnverkehr aus Italien (Umweltbundesamt).
Ist eine Tigermücke meldepflichtig, und wo melden Sie einen Fund?
Das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg bittet darum, verdächtige Mücken zu melden, beim Mückenatlas oder bei der KABS; von einer Meldepflicht für Privatpersonen ist dort nicht die Rede. Im Zweifel fragen Sie Ihr Gesundheitsamt. So schicken Sie eine Mücke an den Mückenatlas, ein Projekt des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) und des Friedrich-Loeffler-Instituts:
- Fangen Sie die Mücke unversehrt: Stülpen Sie ein verschließbares Gefäß darüber, sobald sie sitzt. Nicht erschlagen, sonst lässt sie sich nicht mehr bestimmen.
- Frieren Sie das Gefäß über Nacht ein.
- Verpacken Sie die Mücke ohne sie anzufassen in einem bruchsicheren, geschlossenen Behälter, etwa einem kleinen Plastikdöschen, zusammen mit dem ausgefüllten Einsendeformular des Mückenatlas.
- Schicken Sie alles an das ZALF, Mückenatlas, Eberswalder Straße 84m, 15374 Müncheberg. Die Fachleute bestimmen die Art.
Ist die Tigermücke gefährlich?
Sie kann Dengue, Chikungunya und Zika übertragen, aber diese Krankheiten kommen in Deutschland bislang nicht vor; die bisher festgestellten Fälle wurden im Ausland erworben (Quelle: Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg). Die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung durch die Tigermücke ist hier bisher gering, ein Stich ist kein Grund zur Beunruhigung. Mit mehr Mücken und hohen Temperaturen steigt das Risiko aber. Deshalb ist Melden so wichtig: Dann kann die Mücke bekämpft werden, bevor sie sich festsetzt.
Was tun nach einem Stich der Tigermücke?
Nach einem Stich der Tigermücke tun Sie dasselbe wie nach einem gewöhnlichen Mückenstich: Kühlen Sie die Stelle mit einem Kühlpack, das in ein Tuch gewickelt ist, und kratzen Sie nicht (Quelle: Apotheken Umschau). Geht die Reaktion über die Stichstelle hinaus oder bekommen Sie Fieber, gehen Sie zur Ärztin oder zum Arzt. Mehr über Juckreiz und Schwellung lesen Sie unter Mückenstich: was hilft.
Wie verhindern Sie, dass sich Tigermücken bei Ihnen ansiedeln?
Sie verhindern, dass sich Tigermücken bei Ihnen ansiedeln, indem Sie keine kleinen Wasseransammlungen stehen lassen, denn darin legt das Weibchen seine Eier (Quelle: Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg). Die Eier sind winterfest und überstehen Kälte. Das Landesgesundheitsamt rät:
- Entsorgen Sie Müll, Altreifen und ungenutzte Gefäße.
- Lagern Sie Gießkannen und Gartengeräte trocken oder umgedreht.
- Decken Sie Regentonnen dicht ab, mit einem feinen Netz.
- Halten Sie Dach- und Ablaufrinnen frei.
- Leeren und waschen Sie Tiertränken und Untersetzer jede Woche.
- Reinigen Sie Gefäße vor dem Winter mit mindestens 60 °C heißem Wasser, damit die Eier absterben.
Dieselben Schritte helfen auch gegen heimische Mücken: Mehr dazu in unserem Ratgeber Mücken vertreiben. Ihre Haut schützen Sie wie bei anderen Mücken mit Kleidung und einem Mückenspray für die Haut, so wie es auf dem Etikett steht.
Zulassungsnummer Mückenspray in Deutschland: DE-0013740-19. Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.
Quellen: Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg (Asiatische Tigermücke: Merkmale, Verbreitung, Krankheiten, Maßnahmen); Umweltbundesamt (Ausbreitung, Monitoring 2023); Mückenatlas, ZALF und Friedrich-Loeffler-Institut (Einsenden); RIVM (Gemeine Stechmücke); Apotheken Umschau (Mückenstich).