Silberfischchen
Papierfischchen: Papierfische erkennen, vom Silberfisch unterscheiden und loswerden
Papierfische, korrekt Papierfischchen (Ctenolepisma longicaudata), sind graue, behaarte Verwandte des Silberfischchens von bis zu etwa 15 mm Länge, mit geflecktem Rücken und drei Schwanzfäden, die ungefähr so lang sind wie der Körper. Das Silberfischchen ist kleiner, glänzt silbrig und braucht viel Feuchtigkeit; das Papierfischchen lebt auch in trockenen Wohnräumen, in Bücherregalen und auf dem Dachboden. Laut Umweltbundesamt tritt es seit einigen Jahren häufiger auf und richtet mehr Schaden an als das Silberfischchen.
In diesem Artikel
| Papierfischchen | Silberfischchen | Ofenfischchen | |
|---|---|---|---|
| Lateinischer Name | Ctenolepisma longicaudata | Lepisma saccharina | Thermobia domestica |
| Länge ohne Fühler und Schwanzfäden | bis etwa 15 mm | 9 bis 11 mm | bis 12 mm |
| Farbe | grau mit geflecktem Rücken | silbrig glänzend | schwarz und gelb beschuppt, gesprenkelt |
| Behaarung | behaart | kaum behaart | behaart |
| Schwanzfäden | etwa so lang wie der Körper | kürzer als der Körper | lang |
| Wo im Haus | auch trockene Räume, Bücherregal, Dachboden, zwischen Wänden | feucht: Bad, Küche, Keller | nur sehr warm, etwa am Heizkessel |
| Klima | 20 bis 25 °C, 55 bis 80 % Luftfeuchtigkeit | 75 bis 97 % Luftfeuchtigkeit | 30 bis 40 °C |
| Lebensdauer | bis 7 bis 8 Jahre | 2 bis 3 Jahre | in den Quellen nicht genannt |
Was sind Papierfischchen?
Papierfischchen sind flügellose Insekten aus der Ordnung der Fischchen (Zygentoma), derselben Gruppe wie das Silberfischchen; manche nennen sie auch graue Silberfischchen oder Papierfische. Sie sind lichtscheu, verstecken sich tagsüber in Ritzen und Spalten von 2 bis 3 Millimetern und kommen meist nachts hervor; laut Umweltbundesamt sind sie öfter als Silberfischchen auch tagsüber aktiv. Jungtiere sehen aus wie die Erwachsenen, sind aber heller.
Silberfische oder Papierfische: Wie erkennen Sie den Unterschied?
Das Papierfischchen ist größer, grau statt silbrig, behaart und gefleckt und hat längere Schwanzfäden als das Silberfischchen. Der wichtigste Unterschied ist der Fundort: Das Silberfischchen braucht viel Feuchtigkeit und sitzt in Bad und Küche, das Papierfischchen lebt auch in trockenen Räumen. Sehen Sie die Tiere im Bücherregal, im Schlafzimmer oder auf dem Dachboden, ist es fast sicher ein Papierfischchen. Auch das Klima verrät die Art: Silberfischchen brauchen 75 bis 97 % Luftfeuchtigkeit, Papierfischchen kommen laut Umweltbundesamt schon mit 55 bis 80 % bei 20 bis 25 °C aus, also mit dem Klima einer normal beheizten Wohnung. Und während Sie Silberfischchen fast nur nachts sehen, laufen Papierfischchen öfter auch tagsüber. Mit bloßem Auge sind die beiden trotzdem schwer auseinanderzuhalten; im Zweifel lohnt sich eine Bestimmung durch einen Fachbetrieb.
Was ist ein Ofenfischchen?
Ein Ofenfischchen (Thermobia domestica) ist ein schwarz und gelb beschupptes Fischchen von bis zu 12 mm, das nur an sehr warmen Stellen bei 30 bis 40 °C lebt, etwa an einem Heizkessel. Eine Massenvermehrung ist in unseren Breiten laut Umweltbundesamt sehr selten. Glauben Sie, ein Ofenfischchen zu sehen, ist es meist ein Papierfischchen.
Woher kommen Papierfischchen so plötzlich?
Papierfischchen kommen mit Gegenständen ins Haus, vor allem mit Paketen und Kartons aus Wellpappe; das Umweltbundesamt nennt den Versandhandel als Treiber ihrer Ausbreitung. Auch Umzugskartons, gebrauchte Bücher und Möbel bringen sie mit. Im warmen, gleichmäßigen Klima moderner, gut gedämmter Wohnungen fühlen sie sich wohl und sind deshalb oft in Neubauten zu finden. Sie leben zwischen Wänden, auf dem Dachboden und im Kriechkeller und wandern in Mehrfamilienhäusern über Leitungsschächte in andere Wohnungen.
Wie finden Sie das Nest von Papierfischchen?
Ein Nest im eigentlichen Sinn gibt es nicht: Papierfischchen verstecken sich tagsüber in Ritzen und Spalten von nur 2 bis 3 Millimetern und legen ihre Eier in kleinen Gelegen in Fugen und Ritzen. Typische Verstecke sind Fugen an Fußleisten, Rohrdurchführungen, Hohlräume zwischen Wänden, der Dachboden und der Kriechkeller. Am schnellsten finden Sie die Quelle mit mehreren Fallen: Legen Sie sie an verschiedenen Stellen aus und schauen Sie nach zwei Wochen, wo die meisten Tiere sitzen. Dort setzen Sie mit Abdichten und Aufräumen an. Achten Sie auch auf Kartons und Papierstapel in der Nähe, denn dort finden die Tiere Nahrung und Schutz zugleich.
Was fressen Papierfischchen, und welchen Schaden richten sie an?
Papierfischchen fressen vor allem Kohlenhydrate: Zellulose, Stärke und Zucker, wie sie in Papier, Karton, Tapetenkleister, Büchern, Hochglanzpapier, Baumwolle, Leinen und Viskose stecken. Am liebsten mögen sie laut Umweltbundesamt Papier und Karton mit mehr als 45 % Zellulose; daneben fressen sie ab und zu Eiweiß, auch von toten Insekten. In großer Zahl schaden sie Tapeten, Büchern, Briefmarken, Plakaten, Archiven und Kleidung, und zwar deutlich mehr als Silberfischchen. Eine Gesundheitsgefahr geht von ihnen laut Umweltbundesamt nicht aus.
Wie schnell vermehren sich Papierfischchen, und wie alt werden sie?
Papierfischchen vermehren sich langsam, werden aber bis zu 7 bis 8 Jahre alt, viel älter als das Silberfischchen mit 2 bis 3 Jahren. Bei 24 °C und 60 % Luftfeuchtigkeit dauert es etwa 14 Monate vom Ei bis zum ausgewachsenen Tier, und auch danach häuten sie sich weiter. Ein Weibchen legt im Schnitt 56 Eier pro Jahr, in Gelegen von 2 bis 20 Eiern in Ritzen und Fugen. Die Eier schlüpfen nur bei einer Luftfeuchtigkeit von mindestens 55 %. Papierfischchen überstehen mehr als 250 Tage ohne Nahrung, und unter 16 °C fressen sie nicht mehr.
Können Papierfische von alleine verschwinden?
Selten: Papierfischchen vertragen trockenere Luft als Silberfischchen und kommen lange ohne Nahrung aus, deshalb verschwinden sie nicht einfach, wenn Sie lüften. Ganz trockene Räume unter 50 % meiden aber auch sie, und ihre Eier schlüpfen erst ab 55 % Luftfeuchtigkeit. Trockene Luft, abgedichtete Ritzen und wenig offen gelagertes Papier machen ihnen das Leben schwer; wenige übrig gebliebene Tiere reichen jedoch für einen neuen Befall.
Wie bekämpfen Sie Papierfischchen?
Sie bekämpfen Papierfischchen, indem Sie ihre Verstecke abdichten, die Wohnung trocken und nicht zu warm halten und fangen, was schon da ist. Nur trocken heizen reicht bei Papierfischchen nicht, weil sie trockenere Luft vertragen als das Silberfischchen:
- Dichten Sie Fugen und Ritzen ab an Fußleisten, Rohrdurchführungen und Silikonfugen.
- Halten Sie die Luftfeuchtigkeit unter 50 % und heizen Sie Dachboden oder Abstellraum nicht unnötig.
- Lagern Sie Papier und Karton nicht offen und entsorgen Sie Wellpappe aus Paketen schnell.
- Saugen Sie oft an Fußleisten und in Schränken, und bewahren Sie Bücher und Papiere in verschließbaren Kunststoffboxen auf.
- Frieren Sie befallene Gegenstände ein, wenn sie das vertragen; das Umweltbundesamt nennt das als begleitende Maßnahme.
- Stellen Sie Fallen auf, wo Sie die Tiere sehen, damit Sie wissen, woher sie kommen.
Den ganzen Plan gegen Silberfische lesen Sie in unserem Ratgeber Silberfische bekämpfen.
Fängt eine Silberfischfalle auch Papierfischchen?
Für die Super Ninja Silberfischfalle ist das nicht eigens getestet: Sie ist für Silberfischchen gemacht. Eine Falle zeigt Ihnen aber, wo Fischchen laufen, und damit, wo Sie abdichten und trocknen sollten. Die flache Klebefalle finden Sie bei der Silberfischfalle.
Wann sollten Sie einen Kammerjäger rufen?
Rufen Sie einen Fachbetrieb für Schädlingsbekämpfung, wenn Papierfischchen trotz Abdichten und Trockenhalten wiederkommen, wenn sie Bücher oder Papiere beschädigen oder wenn mehrere Wohnungen im Haus betroffen sind. Das Umweltbundesamt rät, die Bekämpfung von Papierfischchen immer einem Profi zu überlassen, weil sie sehr schwierig ist. In einem Mehrfamilienhaus braucht es meist eine Lösung für das ganze Gebäude.
Quellen: Umweltbundesamt, Schädlingsratgeber: Silber-, Ofen- und Papierfischchen (Stand 09.07.2026); Kennis- en Adviescentrum Dierplagen (KAD, Niederlande), Wissensdatenbank Papierfischchen, Silberfischchen und Ofenfischchen; Milieu Centraal (Niederlande), Silberfischchen und Papierfischchen; Literaturstudie von Studierenden der Wageningen University für Super Ninja (ACT 2428, 2020), mit Aak et al. (2019), Schoelitsz und Brooks (2014), Schoelitsz und van Kempen (2016) und Eder (1940).